HAUSBESUCH MIT BROCK – beim Geldeintreiben zugeschaut

Das Schöne an Brock ist, er hat immer was zu erzählen. Nachfolgende Sache ereignete sich bei einem cleveren Anlageberater, der dem Lieferanten seiner Alarmanlage statt Bargeld einen todsicheren Finanztipp andrehen wollte. Der Lieferant bestand auf handelsübliche Zahlungsmittel, woraufhin der Schuldner jeden Kontakt abbrach. Mit Zentralschlüssel und Zugangscode ausgestattet, schaute Brock persönlich vorbei, um 14.374,67 Euro in Empfang zu nehmen.

Ich bekam den Anruf während ich gerade meiner Nebentätigkeit nachging. Der Bungalow, zu dem ich mir Zutritt verschafft hatte, war mit teueren und geschmacklosen Möbeln vollgestopft. Die meisten davon garantiert unbezahlt. Im Hintergrund lief seifige Musik, wie aus einem französischen Erotikfilm der 1970er Jahre, als ich mich einem Typen im offenen Hausmantel aus roter Seide, Boxershorts mit buntem Paisleymuster und blauweißen Adiletten näherte.

Brock im Arbeitsdress

Ich trug wie immer bei diesen Einsätzen Acryl-Sturmhaube, Polyester-Baumwoll-Overall und Premium-Latexhandschuhe in schlichtem Schwarz. Meinen Nebenjob konnte man mit Einschüchtern und Eintreiben beschreiben. Viele Kollegen machten nebenbei in Versicherungen, andere in Immobilien, ich war aktiv in Gerechtigkeit. Diskret gegen Bares und ohne Beleg.

Der Schuldner telefonierte mit einem Smartphone. Weil er nicht aufhörte mich anzustarren und debil „ja … ja“ von sich zu geben, entriss ich ihm das Teil und schlug ihn hart damit auf den Schädel.

Der Schlag weckt ihn auf, er schaltete auf Angriff. Wir beide waren ungefähr im gleichen Alter, er war deutlich schlanker als ich, aber weniger trainiert. Ich stoppte ihn mit einem Stoß auf den Solarplexus und warf ihn mit einer Drehbewegung zu Boden, wo ich ihn in einem Haltegriff fixierte: „Ich weiß, du hortest größere Mengen Bargeld. Ich bekomme jetzt von dir 14.374,67 Euro. Nick mit dem Kopf und sag ja.“

Er schüttelte den Kopf und sagte: „Fick dich.“

Das erste Prinzip beim Geldeintreiben lautet, dem Schuldner keine Zeit zum Nachdenken geben. Er muss so viel Druck bekommen, dass nur ein Gedanke in seinem Hirn hämmert: zu tun, was ich von ihm verlange. Ich zog den Hebel an, er schrie auf. Ich hob ihn auf die Beine, er schrie lauter. Wir beide marschierten in sein Büro. Der Safe war in eine Wand eingelassen. Der Schuldner weigerte sich, ihn zu öffnen. In seinem geröteten Gesicht, erkannte ich eine Mischung aus Wut, Trotz und Entschlossenheit. Vermutlich besaß er eine gewisse Erfahrung mit Geldeintreibern und ließ sich nicht so leicht einschüchtern.

„Aufmachen. Ich sag’s nicht nochmal.” Ich flüsterte beinahe, das machte es immer dramatischer.

„14 Lappen sind doch Peanuts! Ich verschaff’ dir das Doppelte.“

Das zweite Prinzip lautet, keine Widerworte, und das dritte, keine Diskussion. Gleich zwei Verstöße, die ich sofort ahndete: Ich brach ihm Zeige- und Mittelfinger seiner linken Hand. Der stechende Schmerz ließ ihn erneut aufheulen. Tränen schossen ihm in die Augen. Doch er biss die Zähne zusammen. „Ich mach’ den Safe nicht auf.”

Nicht einen Cent – entschlossen bis zum Letzten

Wirklich ein zäher Bursche. Also nahm ich seinen Kopf in die Hände und presste langsam aber stetig meine Daumen in seine Augen. Er brüllte, versuchte meine Hände wegzuziehen. Die Schmerzen wurden wohl unerträglich, denn plötzlich roch es nach Pisse. Er hatte in seine Boxershorts gestrullt und gab auf. Es dauerte einige Zeit, bis er wieder klar sehen und die Zahlen erkennen konnte. Dann öffnete er mühsam den Safe. Seine beiden gebrochenen Finger behinderten ihn dabei, er war Linkshänder. Hätte ich vorher drauf achten sollen.

In diesem Augenblick summte mein Handy. Für einen Moment abgelenkt, entging mir die kleine Pistole, die oben im Safe auf einem Stapel Papiere lag. Es war beinahe wie in einem schlechten Film. Mit einer hastigen Bewegung zielte er auf mich. Ich schlug die Waffe herunter und kickte sie unter ein Regal. Der Schuldner bückte sich eilig, um sie aufzuheben. Ich trat ihm in den Arsch. Er knallte mit der Fresse voran in das Regal und blieb wimmernd liegen. Wütend räumte ich einen Armvoll Bücher ab, schwere, gebundene Hochglanz-Fotobände über Traumstrände und Wunder der Architektur prasselten auf seinen Kopf und Rücken. Ich trat ihn erneut, diesmal in die Rippen. Ihm blieb die Luft weg, nach einem Moment begann er zu japsen und zu würgen. Ich holte die Pistole unter dem Regal hervor. Sie verschoss Gaspatronen und war nicht einmal geladen.

„Du Idiot”, sagte ich und setzte ihm einen Stiefel auf den Hals. Mein Handy hatte die ganze Zeit über gesummt. Jetzt nahm ich den Anruf entgegen. Es war ein Knecht aus einem Call-Center, der mir zu meinem Sofortkredit gratulierte. Ich gab das Handy an den Schuldner weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.