Die Verbrechen der Weißkragen bleiben nahezu ungeahndet. Cum-Ex, der größte Polit-Finanzskandal der letzten Jahre, erledigt sich durch langes Liegenlassen, wie Max Säger meint. Sein Schreibtstil wird auch immer nüchterner, müssen wir uns Sorgen machen … ?
Die Stadt ist grau. Die Banken sind aus Glas. Die Off-Shore Konten sind voll.
Es war ein Trick, so einfach wie ein Revolver ohne Seriennummer. Leer kaufen, leer verkaufen, leer zurückfordern – eine Scharade für den Fiskus, bei dem der Staat jedes Mal die Rechnung zahlt. Milliarden. Weg. Aus den Kassen, aus den Schulen, aus den Krankenhäusern. Aber wer schert sich schon um Krankenhäuser, wenn satt und reichlich die Dividenden fließen?
Sie nannten es Cum-Ex. Latein für „Mit-ohne“. Mit Nix. Ohne Steuern. Mit einem Lächeln. Ohne Konsequenzen. Mit Reibach. Ablenken. Abkassieren.
Die Manager kleiden sich in Maßanzügen, die Politiker hüllen sich in Schweigen. Die Staatsanwälte ducken sich hinter Aktenbergen, die Richter, ja und die? Aber die kleinen Leute tragen die Zeche.
Christian S. war einer der Macher. Ein Mann mit einem Telefon und einer Liste. Er rief an. Er stellte Verbindungen her. Er wusste, wann man bei wem welche Strippe ziehen konnte. Es war kein Geheimnis. Es war ein System.
Olaf Scholz? „Keine Erinnerung.“ Die Hamburger Warburg-Bank? „Alles korrekt.“ Die Akten? „Versehentlich geschreddert.“ Für den hat’s sich inzwischen ausgekanzlert. Aus anderen Gründen.
War da nicht BlackRock, der größte Finanzgigant der Welt, 10 Billionen Dollar unter Kontrolle? Ein Imperium, das Staaten kauft und verkauft wie Altpapier? Sicher. Die handelten mit den gleichen Banken, den gleichen Tricks, den gleichen Leichen im Keller. Nie direkt. Niemals direkt. Das ist das Schöne am Kapitalismus – man muss nicht schießen, man muss nur die Waffen liefern.
Friedrich Merz? Der ahnungslose Wirtschaftslobbyist. Er saß im deutschen Aufsichtsrat von BlackRock. Ein Zufall natürlich. Ein unbedeutendes Detail in der großen Maschine des Finanzkapitals. Jetzt steht er da, glattrasiert und makellos am Ziel: Der wahrscheinlich neue Kanzler mit der Aura eines frustrierten Bestattungsunternehmers. Seine Eigentümer lieben ihn dafür innig.
Die Sozen, die Christen, die Freien, allesamt Demokraten, allesamt pfeifen auf Demokratie, allesamt hatten ihre Fingerchen im Spiel. Nie direkt, versteht sich. Niemals direkt. Nur ein Treffen hier. Ein Gesetzentwurf da. Ein diskreter Anruf dort.
Und die vielen Milliarden, die dem Staat fehlen? Für die Krankenhäuser, für die maroden Schulen, für die zerfressene Infrastruktur? Satz mit X. War wohl … ihr wisst schon.
Am Ende bleibt die Frage: War es ein Raubzug? Oder dirty good Business?
Die Antwort ist ein müdes Arschrunzeln. Die einen bekamen Bonuszahlungen. Ein paar andere Briefe vom Finanzamt oder kamen als Bauernopfer hinter Gittern. That’s capitalism, baby!
Selbst wenn ein Quertreiber fragen sollte: Wer hat uns das eigentlich eingebrockt? Passiert nix. Die Spielregeln lauten in dem System: Die Gesetze sind für die doofen Kleinen, die Großen haben schlaue Anwälte und Justizminister hinter sich.
Also schauen die Blödmichel:Innen zu und wutwichteln wie immer. Bis der nächste Raubzug beginnt. Wie? Hat er schon? Sag bloß? Aber klar!
Wie viele Milliarden Sondervermögen wollen die kriegstreiberischen Brandmauerer ihren Komplizen noch mal rüberschieben? Alles korrekt diesmal, alles verfassungsgemäß.
Wutwichteln ändert nix, ihr Hackfressen.