VIRENGEIL IN ZOMBIELAND – endlich die Serie zum Gräuel

Während in schweren Zeiten die meisten nach ABLENKUNG und LEICHTER UNTERHALTUNG lechzen, agieren wir antizyklisch und stricken uns, getreu dem Motto von „Niemalsaufgebenarschgeige“ Winston Churchill: „never let a good crisis go to waste“, eine Anleitung zu einer PANDEMIE-THRILLER-SERIE. Sie soll demnächst die Bestsellerlisten der noch einmal Davongekommenen stürmen und Preise einheimsen wie alte Ärsche Hämorrhoiden …

DIE BEDROHUNG

Er ist dumm, operiert aber selbständig, dazu unsichtbar, lautlos, unberechenbar und durchaus tödlich, vor allem aber, ist er ein veritabler Soziopath, dem die Schneise seiner Vernichtung total egal ist: COVID-19 verfügt über alles was eine post-moderne Bedrohung auszeichnet.

(N.B. Stelle gerade fest, die Beschreibung trifft genau auf die Regierenden Psychopaten der Macht zu. Siehe LINK ganz unten.)

HISTORISCHER HINTERGRUND

Ist das der Übeltäter?

Klauen wir schamlos bei der Spanischen Grippe, Januar 1918 bis Mai 1920, geschätzte 500 Millionen Erkrankte (fast ein Viertel der damaligen Weltbevölkerung), ca. 50 Millionen Tote. Schon damals wurden Leute isoliert, trugen Schutzmasken, wuschen sich die Hände und husteten sicher auch in die Armbeuge. Historiker vermuten, die Grippe hatte nicht unwesentlichen Anteil am Ende des 1. Weltkriegs, dazu gab es eine furchtbare 2. Welle, nachdem man den Virus bereits überwunden glaubte. Varianten des Erregers gelten auch als Auslöser der Schweinegrippe 2009. Die Spanische Grippe nahm wahrscheinlich in den USA ihren Anfang und verbreitete sich mit den nach Europa entsandten Truppen schnell rund um die ganze Welt. (Hey, Pissblöder: Ein amerikanischer Virus?)

Ihr Verlauf und die weitreichenden Konsequenzen geben uns eine Vorstellung davon, was uns bei ca. 7 Milliarden Mensch global bevorstehen könnte und darum zugleich eine solide Grundstruktur für die Serie.

CHARAKTERE

Dramatisch können wir die schnelle, komplexe Ausbreitung und den Umgang mit dem Virus – der Sorge, dem Verdacht, dem bestätigten Verdacht oder der Entwarnung, der Erkrankung (mild, schwer, Todesfall, unerwartete Rettung) – am besten mit einem Ensemble vermitteln.

Menschen aus diversen Lebensbereichen begegnen inmitten ihrer alltäglichen, persönlichen Herausforderungen und Krisen dem Virus.

Wen von uns wird es treffen?

Beispiele: a) das Pärchen, das sich beim 1. Date ansteckt, b) der Unglücksrabe, der alles verloren hat und jetzt auch noch schwer erkrankt, anstatt zu sterben aber gerettet wird und mit seinen Schulden kämpfen muss, c) der untreue Vater, der sich den Virus beim Fremdgehen holt, die Ehefrau ansteckt, die daran stirbt und er muss sich erstmals wirklich um seine Kinder kümmern, d) die liebevolle Tochter, die ihre Mutter im Altenheim besucht und so alle Heimbewohner ansteckt oder e) hysterische Familien liefern sich ein eskalierendes, blutiges Supermarktmassaker um Klopapier, Mehl und Hartkonservern mit tödlichem Ausgang.

Hier bietet sich uns ein Füllhorn von dramatischen Schicksalen und Möglichkeiten.

Wir werden Charaktere aus unterschiedlichen Milieus und Kulturkreisen, z.B. verschiedener sexueller Orientierung und toleranter wie fremdenfeindlicher Gesinnung, miteinander konfrontieren, sie zwingen zu kooperieren, um gemeinsam – wenn auch in räumlicher Trennung – durchzukommen. Die hohlen Rufe der Politiker nach „Solidarität“ kommen angesichts der überlebensnötigen Solidarität mit dem Anderen, dem Fremden, wirklich auf den Prüfstand.

Bitte, Schwester Edeltraut, retten Sie mich

Darüberhinaus benötigen wir heroische Ärzte und heldenhaftes Krankenhauspersonal. Medizinstudenten, die in die Bresche springen, und pensionierte Ärzte, die in den Beruf zurückkehren, z.T. natürlich auch tragischerweise bei der Rettung von Menschenleben sterben.

Außerdem werden wir die Geschichte eines 103-jährigen Mannes erzählen, der mit hohem Fieber ins Krankenhaus eingeliefert wurde und als hoffnungsloser Fall galt, dennoch aber geheilt entlassen wurde. Er hatte schon als Kind die Spanische Grippe überlebt. Ein wahres Wunder.

Als Comic-Relief dienen ideologische Schwerkriminelle wie der Bibelbruder Ralph Drollinger, bei dem sich die Schwachmaten der Pissblöden-Administration ihre seelische Labsal abholen. Drolli hält COVID-19 für den Zorn Gottes, weil Schwule und Umweltschützer an ihrem schändlichen Tun festhalten. Da hilft nur Beten, Konversionstherapie und Internierungslager – zur Not auch das Keulen der Unbekehrbaren.

Auch gut sind die „Milden Symptomiker“, was nach einer mittelalten Boy-Group klingt, steht für Coronavirus erkrankte Prominente (wie Friedel „Spezialdragee“ Merz, Boris Johnson, Idris Elba, Tom Hanks, Prinz Scherz, Little Britains ewiger Thronfolger, usw.), die allesamt nur milde Symptome haben und dem Pöbel beweisen: Es kann jeden treffen. Umso schöner dürfen wir dann ihre Genesung feiern. (Tödlich trifft’s nur die ohnehin armen Teufel?)

Wie schon zu Zeiten von Pest und Cholera: am Ende hilft nur Isolation

DRAMATURGIE

Vielschreiber Edgar Wallace, oder ein findiger Geschäftspartner, erfand einst das Edgar-Wallace-Plot-Rad: Immer wenn ein Autor nicht weiter wusste, sollte er am Rad drehen und ungeachtet aller Logik, einfach mit dem Ereignis (Plotelement) fortfahren, das der Zufall als Ergebnis präsentiert.

Weil der Virus sich nicht um Logik zu scheren scheint, Symptome wechselt, wie einst Hugh Hefner Blondinen, ist die Willkür des Plot-Rades ein probates Erzählprinzip.

Nachfolgend Storyelemente zum „am Rand drehen und Durcheinanderwirbeln“ . . .

STORYELEMENTE

-AUSBREITUNGSVERLAUF

Um „Business as usual“ zu gewährleisten, wurde der in der Woche vom 03. November 2019 in Wuhan vom Tier auf einen Menschen übergesprungene Virus COVID-19 (ab Anfang Dezember den wichtigsten Epidemiologen auf der Welt bekannt) zunächst von der Politik ignoriert, dann lächerlich gemacht, schließlich kleingeredet und letztlich für die Beförderung der eigenen Interessen angeeignet.

Es ging natürlich ums liebe Geld: Das Weihnachtsgeschäft durfte nicht leiden, der Karneval auch nicht, die Champions-League ebenso nicht, die Skisaison, Stichwort Ischgl, schon gar nicht (beliebig verlängerbare Liste). N.B. Mit dem Killangriff auf den iranischen General Soleimani schafften die Kriegstreiber des Pissblöden im Januar auch eine schöne Ablenkung. Keine Sau im Westen kümmerte der Virus.

Zeitgleich sagten die Chinesen ihr selbiges Neujahr ab, setzten ganze Städte unter Hausarrest und spielten das geballte Krisenmanagement aus, um aller Welt zu demonstrieren, wie schnell sie der Lage Herr werden können. Dennoch landete der Virus, Flugreisen sei’s gedankt, in wenigen Tagen in Asien, im Mittlerer Osten und in Europa, wo er sich zügig ausbreitete, kurz darauf folgte der amerikanische Kontinent von Nord nach Süd. (Nur Brasilien wäre virenfrei, wie der hirnfreie Brandschatzer Bolsonaro kürzlich noch ausposaunte.)

Echte Ansteckungsmultiplikatoren stellen die weiter oben genannten Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen dar. Kurz: Immer wenn der Homo sapiens ins Horden aufeinander hockt.

Kollektiv abfeiern war einmal

Kommen lt. wohlmeinenden Ärzten rund 80% der Infizierten mit geringen oder milden Symptomen davon, so bereiten, angesichts der Ausbreitungsdynamik und möglichen Gesamtfallzahlen, die verbleibenden 20% unserer medizinischen Infrastruktur echte Sorgen: beschränkte Bettenkapazität, begrenztes Ärzte- und Pflegepersonal, zu geringe Virenschutz- und Hygienemöglichkeiten für Personal und die anderen Patienten, sowie zu wenig Beatmungsgeräte und Medikamente, würden vielerorts zum bedrohlichen Engpass.

Darum muss „die Kurve flachgehalten werden“, bedeutet, es sollten nur so viele Patienten auf einmal erkranken, wie es die Bettenkapazitäten und Apparatetechnik in den Intensivstationen zulässt. Deshalb Ausgangsbeschränkung, Sicherheitsabstand zu den Mitmenschen, Selbstisolation im Verdachtsfall – um die Geschwindigkeit der Infektion zu verlangsamen.

Das ist so spannend wie Rubbellose kratzen: bleiben die Zahlen unten, wachsen sie langsam genug oder gibt es eine böse Überraschung?

WISSENSCHAFTLICHES UPDATE 31.03.20: COVID-19 heißt die Erkrankung, der Erreger heißt SARS-2, er ist mit SARS-1 verwandt, der 2003 wütete. (N.B. Covid-Epidemien gab es im 21. Jahrhundert bereits drei: SARS, 2003, MERS, 2012, und heute. Viren der Covid-Familie werden von Epidemologen als besonders gefährlich eingeschätzt, die Entwicklung von Impfstoffen kommt mangels finanzieller Unterstützung nur schleppend voran.)

Während SARS-1 Erkrankungen extrem verliefen, Infizierte sofort ins Krankenhaus mussten und isoliert werden konnten, was die Epidemie eindämmte, ist SARS-2 weniger heftig, erzeugt bei der Hälfte oder mehr der Infizierten nur milde Symptome (so dass die sich normal unter Menschen bewegen und den Virus weiter verbreiten), die restlichen Infizierten kann es hingegen so heftig treffen wie beim SARS-1 Virus.

Für die Reaktion auf den Virus ist offenbar der Gen-Code eines Infizierten relevant, z.B. Asiaten reagieren anders als Europäer. Ebenso spielen Vorerkrankungen (Lunge, Herz, ein geschwächtes Imunsystem, dazu Diabetes und Übergewicht) eine Rolle. Rauchen scheint im Infektionsfalle den Krankheitsverlauf erheblich zu verschlimmern.

RANDNOTIZ für MARKETINGFANS: Corona, einst ein mexikanisches Bier, das mit einer Limette (zum Desinifizieren?) gereicht wurde, ist nun eine Virenmarke, die schon tröpfchenweise und nicht erst flaschenweise ihre verheerende Wirkung entfaltet.

-KRISENMANAGEMENT 1

Die einzelnen Schicksale der Charaktere nehmen uns mit auf die Reise und lassen uns die Auswirkungen der Entscheidungen der Krisenmanager unmittelbar erleben. Hier liegt unser wirklicher Story-Kern. Churchills Devise ist unser Leitmotiv.

Warum? Die Erfahrungen mit Grippeepidemien, zuletzt Schweine- und Vogelgrippe, haben zu keiner Trendwende im Gesundheitssystem geführt. Im Gegenteil, das vorherrschende Effizienzprinzip des Kapitalismus, welches Wirtschaftlichkeit – im Klartext: Profit – vor optimalen Patientenschutz und Krisensicherheit stellt, führt zu Kostensenkungen, Personal- und Bettenabbau usw.

Globale Konzerne sind nichts als Zombies – jetzt zum Abschuss freigeben

In Europa geschieht das langsamer als in den USA, dem unangefochtenen Vorreiter für die Machtergreifung und Herrschaft der Konzerne. Als Konsummotor der Weltwirtschaft und Hüter der globalen Leitwährung US-Dollar, haben die Amis für unsere Geschichte ebenso eine besondere Bedeutung, wie in der Realität für den Rest der Welt. Sie sind Signalgeber, Trendsetzer, vor allem aber Absatzmarkt, und nicht zu vergessen, als militärische Übermacht mit Blockflötengefolgschaft (NATO) spielen sie dazu Herrscher über Krieg und Frieden. (The War on Virus, klingt schön martialisch. Nur hat Mini-Napoleon Macron COVID-19 bereits zum Volksfeind und seine Bekämpfung zum Krieg erklärt, diese Blödsinn-Rhetorik ist also schon besetzt.)

Jetzt schauen alle angsterfüllt über den großen Teich, um die Rauchzeichen richtig zu deuten. Besonders im virtuellen Wahlkampf – wo wohl zwei demenzkranke Schwachköpfe gegeneinander antreten werden, die beide der Wallstreet und den Corporations als Hampelmänner dienen, und sich nur im Tempo der globalen Umweltvernichtung voneinander unterscheiden – kommt es darauf an, das blöde Stimmvieh bei Laune zu halten, ihm vorzugaukeln, man kümmere sich um seine Bedürfnisse, schütze seine Freiheit und seine Interessen. Ob das man gut geht?

Die Kandidaten schert in Wahrheit nur der matierelle Wohlstand ihrer Klasse, wie die verabschiedeten Maßnahmen beweisen . . .

SUBPLOT: Die Stunde der Rettungspakete

-GELD FLIESST BESONDERS NACH OBEN

Rettungspaket klingt gut. Die Frage ist, wer wird gerettet? Wir erinnern uns: Vor zwölf Jahren wurden die Banken gerettet, die die Krise ausgelöst hatten, zahlungsrückständige Hauseigentümer dagegen enteignet und rausgeschmissen. Firmen wie die des derzeitigen US-Finanzministers Mnuchin, scheffelten mit „Default-Immobilien“ Millionen und bekamen obendrein noch Geld vom Staat. Die Reichen wurden reicher, die Mittelklasse ärmer, die Armen noch viel ärmer.

Obwohl die fatale falsche Logik des herrschenden Systems aller Welt vorgeführt wurde, kamen die Mächtigen damit durch. Völlig absurd: Das größte ökonomische Desaster für die Volkswirtschaften seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, festigte ausgerechnet die Macht der Verursacher. Sämtliche Proteste des letzten Jahrzehnts, von Occupy bis Gelbwesten, änderten nichts daran.

Money fucks the moneyless

2008 hat’s also vorgemacht, 2020 wird nach der selben perversen Logik des Systems verfahren.

Diesmal werden gleich 2 Billionen locker gemacht. (Wenn das man reicht, orakelt die Süddeutsche.) Das virtuelle Geld fließt auf virtuelle Konten zum virtuellen Börsenzocken, wie z.B. Aktienrückkäufe zur Bereicherung der CEOs. Am besten ohne große Kontrolle, ohne Bedingungen und nach dem Gusto-Prinzip verteilt. Sämtliche US-Milliardäre und Konzerne haben schon mal ihre Forderungen in Milliardenhöhe quantifiziert und prophylaktisch die Hand aufgehalten (natürlich auch der pissblöde Oberkorrupti für seine Hotels). Zu den bereitgestellten Summen kommt noch ein Leverage-Faktor von 10 obendrauf. Dadurch kann eine Bank aus einem geliehenen Dollar zehn Dollar machen. Bei 400 Milliarden Dollar „Kleinvieh“ produziert der Faktor 10 richtig „Mist“. Das ist die Lizenz zum Gelddrucken für die Reichen. Damit der Stimulus auch ordentlich greift, werden ferner Umwelt- und Gesundheitsauflagen, z.B. für die Ölindustrie u.ä., „temporär“ außer Kraft gesetzt.

Wir sehen, der Kreis schließt sich, alleiniger Nutznießer des Rettungspaketes vom US-Kongress ist der Personenkreis, der die Repräsentanten des Volkes mit seinen Spenden überhaupt ins Parlament gehievt hat. Und das setzt die falsche Messlatte für den Rest der Welt, denn wenn andere Länder nicht gleichziehen, überleben ihre Volkswirtschaften die hereinbrechende Krise erst recht nicht. Die Mentalität des “Rette sich, wer kann”, droht die ohnehin schon fadenscheinige internationale Gemeinschaft vollends zu zerreißen.

Wallstreet: Fistbump vor dem Fisting

Dieses Vorgehen nennt Naomi Klein „Schock-Doktrin“, es heißt auch „Katastrophen-Kapitalismus“. Das Prinzip ist immer dasselbe, die Krise wird dafür genutzt, sämtliche lästigen, d.h. erlösschmälernden, Beschränkungen auszuschalten und den Profit zu maximieren. Eklatantes Beispiel Europa: wie EU und Troika nach 2008 mit Griechenland umgesprungen sind. Eklatantes Beispiel USA: Hedgefund-Manager fordern eine Erhöhung der Preise für jetzt notwendige Medikamente, deren Rohstoffen und dringend zur Virusbekämpfung benötigter medizinischer Güter. O-Ton: „Dies ist die Zeit, um anständig Geld zu verdienen.“

NICHT NEU, TROTZDEM UNERTRÄGLICH: Das System ist ein Todeskult, der nur sich selbst schützt – dennoch nicht müde wird, ständig das genaue Gegenteil zu behaupten.

(N.B. Slavoj Zizek spricht bereits vom Ende der europäischen Solidarität und damit letztlich dem möglichen Ende der EU.)

TOLLE IDEE: Hier brauchen wir einen Charakter aus dem System, der die Wahrheit offenlegt, weil seine Eltern, am besten Adoptiveltern, denen er als braunhäutiger Flüchtling alles zu verdanken hat, schwer erkranken. Er erfährt einen Sinneswandel „vom Saulus zum Paulus“ und wird zum WHISTLEBLOWER. Daraufhin jagen ihn Polizei und Geheimdienste. (Schon haben wir einen echten SPANNUNGSSUBPLOT!)

Ungeachtet einer – schlimm genug! – möglichen eigenen Corona-Erkrankung, bleiben beim „wirtschaftlichen Fall-out“ die „kleinen Leute“ ökonomisch auf der Strecke. Die Menschen, die sich ohnehin von Gehaltszahlung zu Gehaltszahlung hangeln, die Trinkgeld-abhängige Jobs haben, die Freiberufler, Gig-Economy-Beschäftigten, kurz all jene, deren Lohnnebenkosten, Kranken- und Sozialversicherung das System längst auf sie selbst abgewälzt hat. Die kleinen Einzelhändler sind die nächsten, dann die kleinen Betriebe … sie alle bekommen, wenn überhaupt, Handgeld und werden nach den eiskalten Regeln der Mächtigen, „den Regeln des angeblich freien Marktes“, über den Dorn gezogen. Echt Pech, was?

Besonders arm dran sind Gefängnisinsassen, Bewohner von Flüchtlingslagern, Aufnahme-, Abfang- und Internierungslagern. Hier ist die Ansteckungsgefahr am größten, die Hygiene, räumliche Trennung, ärztliche Hilfe, etc. am geringsten, bzw. am schlechtesten möglich. (Denken wir nur an die syrischen Flüchtlinge vor der griechischen Grenze und an das Open-Air-KZ Gazastreifen, wo COVID-19 in ungebremster Wucht wüten wird.)

NOCH EINE TOLLE IDEE: Letzteres lässt sich gut für veritable Horrorelemente und als dramatisches Schlachtfeld für unsere Hauptcharaktere in ihrem mutigen Kampf gegen die Pandemie und deren drakonische Auswirkungen nutzen.

HINWEIS: Für eine rein deutsche Variante, die nach den selben Prinzipien funktioniert aber angeblich sozialverträglicher ist, und deshalb dramaturgisch uninteressanter, können alle angeführten Elemente in entsprechend angepasster Form verwendet werden.

Der Natur geht’s besser ohne uns

-KRISENMANAGEMENT 2

Hier lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die Maßnahmen der Regierung: Ausgangssperre, Veranstaltungsverbot, Schließung der Einzelhandelsgeschäfte (außer Lebensmittelhandel, Drogerien, Apotheken, Restaurants mit Außer-Hausverkauf), der Gaststätten, Vergnügungslokale, Fitnesscenter, Sportvereine usw., und den Folgen für die Psyche der Isolierten.

Die absolute Entschleunigung des öffentlichen Lebens, die Abschottung, das Internet als Zugang zur Außenwelt, spielen eine Rolle – sowie die Chancen und die Konflikte, die daraus erwachsen. Stichworte: virtuelle Gemeinschaften, Budenkoller, Langeweile, Streamingoverkill (N.B. Pornoseiten verzeichnen Traffik wie nie zuvor.)

Verschwörungstheorien dürfen nicht fehlen: Was früher an idiotischen Theorien lediglich in kleinen Zirkeln kursierte, wird via Internet ungeschränkt mit der Welt geteilt. Das Problem ist offensichtlich, die Verschwörungstheorien vernebeln den Blick auf das, was wirklich in aller Öffentlichkeit geschieht. Details siehe LINK unten.

Im Krisenmanagement 2 können auch die politischen Entscheider und Verwaltungsmenschen zum Zuge kommen, oder wir benutzen sie wie die „Götter im Olymp“, d.h. wir sehen sie nicht, sie beeinflußen mit ihren Entscheidungen aber unser Schicksal. Das gäbe uns die einmalige dramatische Chance, für die Allgemeinheit richtige Entscheidungen als individuelle Katastrophen zu erzählen.

Leere Anzüge treffen Entscheidungen

Sollte wir uns allerdings entschließen, näher an die politischen Figuren heranzugehen, dann könnten wir neben bemühten aber von großer Entscheidungsunsicherheit belasteten Verantwortlichen – was ist richtig, was falsch? – auch rücksichtslose Karrieristen schildern, die sich von ihrem persönlichen Vorteil leiten lassen und die Krise zur Selbstdarstellung nutzen (so wie wir es gerade überall in der Realität erleben).

EXKURS POTENTATEN: Kotzbrocken, wie z.B. der von der Union hofierte Viktor Orban, nutzen die Corona-Gefahr, um sich Dekret-Vollmacht zu sichern. Das ist ein Ermächtigungsgesetz durch die Hintertür. In anderen Staaten und auch bei uns sind nicht unähnliche Neigungen zu beobachten. In Krisensituation braucht es nicht viel, um aus Furcht Demokratie und Freiheit über Bord zu werden. Machtgeile, selbstsüchtige Politiker und solche mit besonders extrem lebensfeindlichen Ideologien nutzen diesen Umstand konsequent zum Vorantreiben ihrer destruktiven Agenda. (Das ist mehr als einige Folgen, das ist schon ein veritabler Handlungsstrang.)

(N.B: KATASTROPHEN IMPERIALISMUS: Wer den Begriff als Strategie versteht, der nutzt jede sich bietende Katastrophe, um die deklarierten Feinde zu vernichten, auch dann wenn er selbst im ABC-Sicherheitsanzug zitternd in den Atombunker flüchtet und hofft, der Untergang möge an ihm vorübergehen.)

Zum jetzigen Zeitpunkt ergibt sich nachstehender . . .

PITCH FÜR DIE ERSTE STAFFEL

Wir erzählen eine Ensemble-Geschichte mit stark unterschiedlichen Charakteren, deren Leben stellvertretend für das unserige vom Corana-Virus völlig verändert wird. Neben den direkten, dramatischen Virusauswirkungen, kämpfen sie mit den indirekten, ebenso dramatischen, wirtschaftlichen Auswirkungen, denn die Systemrepräsentanten, kriminelle Profiteure und Geschäftemacher (ich empfehle auch Politiker, siehe oben, vor allem im Hinblick auf weitere Staffeln) nutzen die Corona-Epidemie, um ihre Gegner auszuschalten, die eigene Macht auszubauen und selbstredend die Taschen zu füllen. Ein Whistleblower wird zur großen Systembedrohung und muss gestoppt werden. Der WETTLAUF um den Impfstoff könnte als Subplot eine besondere Rolle spielen. Die Finanzwelt verlangt nach Medikamenten zur Therapie, nicht zur Heilung, denn damit macht man mehr und länger gewaltig Asche . . .

TONALITÄT

Für alle Fälle Stefanie trifft Contagion trifft The Killer inside of me trifft Wallstreet trifft The Walking Dead

SOUNDTRACK

Niemand fing die Stimmungen, die unsere Serie ausmachen, wie Mut im Angesicht der Ohnmacht, Entschlossenheit in einem Meer von Verzweiflung, Widerstand und tiefe Gefühlen im Kampf gegen schier übermächtige Gegner, besser ein . . .

(Um eine intensive Vorstellung davon zu bekommen, den Text gleich zur laufenden Musik noch einmal Wort für Wort lesen.)

ANMERKUNG FÜR DIE REDAKTION

Sollte die aktuelle Corona-Pandemie zu dicht an den ZuschauerInnen sein, dann verlagern wir die Handlung einfach ins Mittelalter zu einer Zeit der Pest, in die alle angeführten Elemente problemlos übertragen werden können. Alternativ wäre auch eine SF-Story à la Black Mirror möglich oder eine Actionserie: Alarm für Covid-19, mit sprücheklopfenden Honks in rasenden Elektroautos.

Noch mal davon gekommen – gilt leider nur für aufgeklärte Zuschauer

NÄCHSTES MAL ein SCHNUPPERKAPITEL: Fiebriges Geldraffen unterm Sauerstoffzelt

LINK zur täglichen Wasserstandsmeldung . . . Robert-Koch-Institut:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

LINK . . . wer’s noch immer nicht gelesen hat:

LINK . . . zu faul, richtig zu denken, lieber Verschwörungen anhängen?

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