GLÜCKLICHMACHER – philosophischer Drogendiskurs

Drogen lohnen, weshalb sie, bis auf die gesellschaftlich unverzichtbaren und offiziell mit Steuern belegten Rauschmittel, Alkohol, Nikotin, Schmerzmittel aus der Apotheke, Universalverdünnung und Klebstoffe natürlich verboten sind. Mittlerweile wuchert eine ganze Industrie um diese Verbote. Ein Geschäftsmodell, das seine Profiteure mit Zähnen und Klauen verteidigen, schließlich müssen staatliche Kohle und Profite weiter sprudeln. Das wiederum freut auch die Organisierte Kriminalität, die ohne diese blödsinnigen Gesetze und Verbote viel weniger organisiert, vor allem viel weniger mächtig und einflussreich wäre . . .

Die Dauerdröhner jedoch strengen ihr Hirn nicht wegen der ökonomischen Effekte und Konsequenzen von Drogen an, sondern wegen ihres Rausches, den tröstlich-wohligen Auswirkungen auf die Wahrnehmung unserer Sinne.

Tottos folgendes Hirngestöber beweist, man kann nicht nicht erkennen . . .

AUSSEN. SPACE-KIOSK – NACHT

Die drei Dauerdröhner, Kirby, Crumb und Morris, stehen vorm Tresen, Totto dahinter. Er ist auf einem sich langsam manifestierenden hochintellektuellen Erkenntnistrip, den er rücksichtslos rauslabert . . .

TOTTO: Illusionen sind unsere spontane Beziehung zur Welt …

CRUMB: Willst du, dass ‘nen Trip aufhört?

TOTTO: … und wir genießen auf perverse Weise unsere Illusionen.

KIRBY: Runterkommen turnt voll ab.

MORRIS: Musst halt immer nachschmeißen.

TOTTO: Wir selbst müssen uns dazu nötigen.

DAUERDRÖHNER: Wozu? Zum Nachschmeißen … ?

Sie schauen entgeistert Totto an: bist du völlig verblödet?

TOTTO: Warum sonst weigern wir uns, Erkenntnisse zu zulassen … ?

CRUMB: … weil wir intuitiv wissen, dass wir in einer großen Kacklüge leben.

MORRIS: Oh, nein. Bloß nicht zugeben.

TOTTO (ernüchtert): Denn damit würden viele unserer Illusionen zerstört …

KIRBY: Ich liebe meine Phantasiewelt!

Rote Pille? Blaue Pille? Warum entscheiden? Darum jetzt neu: zwei in eins.

MORRIS: Ich nicht.

CRUMB: Wie soll ich den ganzen Mist ohne Illusionen aushalten?

MORRIS (Geständnis): Ich schmeiß zu viele Horrortrips.

TOTTO: Wir sind verloren …

MORRIS: Ich stelle mir jetzt gerade ‘n ganz üblen Horrortrip vor.

TOTTO: … wenn wir nicht mit Gewalt zu unserer Freiheit gezwungen werden.

MORRIS. Ich muss dringend nachschmeißen.

Crumb und Kirby bieten ihm sofort eine Tablette an.

TOTTO: Spontane Impulse sind falsch. (hat die Erleuchtung) Wahre Freiheit ist Verzicht.

Beau kommt hinein.

Schlagartig wird es still. Die Tabletten verschwinden.

Morris war zu langsam, er hat sich keine Tablette geschnappt und steht nun irritiert mit leeren Händen da.

Misstrauisch mustern Totto, Crumb und Kirby den Fremden.

Jetzt sehen wir, dass im Hintergrund noch ein Typ auf einem Hocker an einem hohen runden Tisch sitzt: mittelalt, schmuddelig, zerknitterter Anzug, weißes Hemd, schmale blaue Krawatte. Das ist KOPPER.

Zahnstocher zwischen den Zähnen, rubbelt er Rubbellose. Alles Nieten, wie das Häufchen aufgerissener Lose neben ihm schließen lässt. Ohne aufzublicken, rubbelt Kopper weiter …

BEAU (freundlich lächelnd): ’n Abend zusammen.

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